Um 04.00h wurde ich wach und schaute aus dem Fenster, kein Regen, kein Gewölk, nur wunderbares Reisewetter. Entspannt legte ich mich nochmals ins Bett, aber nochmals einschlafen, das wollte nicht funktionieren. Die Gedanken rund um den Reisetag hielten mich wach.
Endlich war es Zeit zum Losfahren. Mit dem Herbert -Taxi trafen Elsbeth und ich als Reiseleiterin pünktlich um 7.45h am Bahnhof Wiesendangen ein, wo wir uns alle herzlich begrüssten. Mit 20 Turnerinnen bestiegen wir den Zug nach Frauenfeld, in Rickenbach gesellte sich noch Susi dazu, somit war die Reisegesellschaft komplett.
In Frauenfeld stiegen wir um aufs Postauto, das uns durch das wunderbare Weinland nach Diessenhofen brachte. Die gemütliche Fahrt führte uns an blühenden Feldern, Blumenwiesen und an Dörfern mit ihren wunderbaren Fachwerkhäusern vorbei. Da wir Frauen mindestens zwei Sachen miteinander erledigen können, war es ein Leichtes, die schöne Gegend zu geniessen und stets noch intensiv miteinander zu Plaudern (es tönte wie in einem Bienenhaus).
Urplötzlich erreichten wir den Bahnhof in Diessenhofen und wechselten wieder auf den Zug um, der uns ins St’ Katharinental brachte. Nach einer kurzen Wegstrecke trafen wir im örtlichen Café ein und genossen am Rhein bei herrlichem Wetter Kaffee und «Gipfeli», offeriert von der Frauenriege Wiesendangen. Dank perfektem Service der Mitarbeiter trafen wir pünktlich zur Führung im Schaudepot ein. Um 10.00h öffnete sich die Türe und heraus trat die sympathische Frau Cavegn, welche uns willkommen hiess. Bevor es zur Führung «Das Beste aus Küche und Keller» ging, erzählte sie die Geschichte rund um die Entstehung des Schaudepots. Vor der besagten Kulisse schoss sie für uns noch einige Vereinsfotos.
Die einstündige Führung brachte uns die alte Handwerkskunst, wie zum Beispiel das Herstellen von Wein mit den vielen Stationen und entsprechenden Geräten bis hin zum Endergebnis wieder näher. Auch die Verarbeitung vom Apfel zum Most war spannend und hatte aufgezeigt wie aufwendig der Arbeitsprozess damals war.
Nun begaben wir uns in den ersten Stock, wo das Werken der Hausfrau von früher in verschiedenen Abteilungen gut verständlich dargestellt war. Der grosse Schrank mit der Hochzeitsaussteuer und die wunderbaren Bekleidungen mit Stickereien, welche am hölzernen Wäscheständer hingen, waren eine Augenweide. Auch alte Nähmaschinen und besondere Bügelstationen waren zu bestaunen.
Besonders interessant war auch die sichtbare Wandlung der Küche, anfangs ohne Wasser bis hin zum Anschluss mit Kaltwasser. Alles wunderschön anzuschauen, aber tauschen möchte man sicher nicht mehr!
Nach eine Stunde standen wir wieder vor der Türe des Schaudepots und bedankten uns bei Frau Cavegn für die interessante Führung. Sie hat uns mit Fachwissen und Herzblut durch den Keller und die Küche geführt.
Danach wanderten wir dem Rhein entlang nach Diessenhofen. Alle freuten sich auf das Mittagessen im Da Leone. Auf dem Speiseplan standen Penne Salmone, Gemüserisotto und Fitnessteller mit Poulet. Dank den fleissigen und freundlichen Mitarbeitern konnten wir bald den ersten Hunger stillen. Für den kleinen »Gluscht» danach servierte man uns eine kleine, aber feine Nachspeise, offeriert vom Restaurant. Mit Kaffee rundeten wir die Mahlzeit ab. Alles hat bestens geklappt.
Nach dem Essen musste nun die hübsche Altstadt am Rhein erkundet werden. Mit einem Bilderrätsel stürmte man gruppenweise durch Diessenhofen. Nach dem Motto, wer suchet der findet oder man machte Einheimische zu Mitsuchenden. Schön, das alle mitgemacht haben und dadurch Diessenhofen mit all seinen Facetten etwas besser kennenlernen konnten. Die bekannte Holzbrücke, die die Schweiz mit Deutschland verbindet, wurde nicht nur von Spaziergängern und Autos benutzt, auch junge, waghalsige Schwimmer stiegen auf die mittleren Fensterbretter und sprangen in den Rhein. Nicht ganz ungefährlich. Auch ein rollender Hut brachte Autofahrer wie Helfende ins Schwitzten, aber der Einsatz hatte sich gelohnt, der Hut war unversehrt und die Besitzerin glücklich.
Mit Feuereifer suchten alle noch ein lauschiges Plätzchen für eine süsse Zugabe oder ein feines Tröpfchen. Meine Gruppe suchte auf der anderen Uferseite einen Platz in einer Besenbeiz zum Ausruhen. Zum Abkühlen gab es Eis für alle Anwesenden.
Alle kehrten pünktlich zur Schifflände zurück, wo sich auch das letzte Bild der Suche befand. Das Schiff, das uns nach Stein am Rhein bringen sollte, steuerte bereits Richtung Diessenhofen. Zum ersten Mal musste ich nun das Gruppenbillett vorzeigen, sogar die Anzahl Reisende wurde genau gezählt. Bei leichter Brise genossen wir die Schifffahrt nach Stein am Rhein. Während der Fahrt berichtete man über verschiedene, teils lustige Begegnungen auf der Suche nach den Bildern.
In Stein am Rhein angekommen, verliessen wir das Schiff und spazierten gemütlich zum Bahnhof. Mit der SBB fuhren wir zurück nach Oberwinterthur.
In Oberwinterthur angekommen warteten wir auf den Zug für die Weiterfahrt. Fünf Turnerinnen wählten den Bus nach Wiesendangen, da dieser sie direkt ins Dorf brachte. Nun fuhr auch unser Zug ein. Die noch kurze Fahrt bis zur Endstation wurde recht hektisch, beim Anfahren fielen einige Turnerinnen einem Mann fast in die Arme, auch das Bremsen beim Einfahren in Wiesendangen war gar nicht sanft. Wir haben es alle überstanden. Das Verabschieden erfolgte im Zug, weil drei Personen noch nach Sulz weiterfuhren. Tschüss ihr Lieben und kommt gut nach Hause.
Ein herrlicher Tag ging zu Ende, alles hatte perfekt gepasst.
Die Reiseleitung und Schreiberin: Astrid Schnell



